Um die Geschichte Jugendlichen besonders interessant und lebensnah zu vermitteln, werden die Führungen in dieser Gedenkstätte normalerweise durch sogenannte „Jugendguides” durchgeführt. Es handelt sich bei den meisten um Studentinnen bzw. Studenten, die durch den geringeren Altersabstand einen guten Bezug zu den Schülern und Schülerinnen herstellen und dadurch am besten zeigen können, wie wichtig und aktuell das Thema Holocaust auch für die jüngeren Generationen ist. Es soll eine entspannte Atmosphäre geschaffen werden, ohne die Jugendlichen an ihren eventuell vielfach erlittenen Frontalunterricht zu erinnern. Ein wichtiger Aspekt des Konzepts ist das selbständige, aktive Erarbeiten von Inhalten anhand von Zeitzeugeninterviews und historischen Dokumenten. Dabei wird eigenen Fragen und Ideen sehr viel Raum gelassen.
Das Tailfinger Projekt wurde 2012 vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz” mit einem Preis ausgezeichnet.

Da sich die Jugend-Guides aufgrund ihrer biografischen Situation meist nur wenige Jahre an einem Ort engagieren können, werden immer wieder neue Guides gesucht. Interessierte Schüler_innen der Oberstufe und Student_innen sind jederzeit bei uns willkommen. Meldet euch doch bei den Jugend-Guides selbst: E-Mail

https://youtu.be/kztHrxmHTQ8

Im Dokumentarfilm „Jugend-Guides vermitteln NS-Geschichte” (2012) begleitet Regisseur Johannes Kuhn Führungen, Schulungstermine und Vor- sowie Nachbereitungstreffen, wodurch ein klares Bild des Gedenkstättenalltags der Guides entsteht.
Gezeigt werden darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit und Begegnungen mit Überlebenden der Shoah, die die Wichtigkeit der Erinnerungsarbeit heute und in Zukunft vor Augen führen.
In dieser Dokumentation wird deutlich, dass neben dem geringen Altersabstand zwischen Schülergruppen und Guides auch die Nähe zum Gedenkort einen Zugang zur Geschichte bieten kann, die für Jugendliche immer abstrakter zu werden droht.