„Denk-Pfeiler“: Reste einer Flugzeughalle – Foto: J. Kuhn

Eine der Arbeiten, bei denen 1944 und 1945 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene (und KZ-Häftlinge) auf dem Flugplatz Hailfingen eingesetzt wurden, war der Bau von Flugzeughallen sowie breiten Rollwegen, die von der Startbahn zu den Hallen führten. Die Nachtjäger sollten durch die dezentrale und unauffällige Unterbringung vor Angriffen der Alliierten geschützt werden.

Von den ursprünglich neun Flugzeughallen, von denen eine zur Unterbringung von Häftlingen umfunktioniert wurde, sind nur noch Reste von zweien erhalten. Im Westen des Flugplatzes sind versteckt im Wald noch Fundamentreste einer Halle zu finden. Die Ruine der am östlichsten gelegenen Halle, ist noch sehenswerter: Dort sind die meisten der Pfeiler erhalten geblieben und ragen imposant in den Himmel. Sie hatten – eingewachsen in Bäumen, Efeu und Gebüsch – die Jahrzehnte überdauert.

Im August 2016 wurden die versteckten Reste der Halle im Rahmen eines internationalen Workcamps freigelegt. Am 13. Juli 2018 wurde dieser Ort im Beisein des ehemaligen Häftlings Nikolaos Skaltsas allen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen gewidmet, die auf dem Flugplatz arbeiten mussten. Die „Denk-Pfeiler“ mit ihren von dem Bildhauer Ralf Ehmann gestalteten Lettern mahnen uns seitdem in sechs Sprachen: Jeder Mensch hat einen Namen.

Der Gedenkort ist nicht mit dem PKW anzufahren, besser eignet sich der Besuch im Rahmen einer Radtour oder eines Spaziergangs.