Der Hailfinger Flugplatz sollte im Jahr 1944 so erweitert werden, dass er sich für den Einsatz von Nachtjägern eignet. Aus Mangel an deutschen Arbeitskräften wurden bei den Bauarbeiten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ca. 2000 Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge zur Arbeit gezwungen.

Am 19.11.1944 traf ein Transport vom Konzentrationslager Stutthof (bei Danzig) ein, der 601 Häftlinge nach Tailfingen brachte, wo das „Arbeitslager Hailfingen“, ein KZ-Außenlager von Natzweiler/Struthof (Elsass), eingerichtet wurde. Die KZ-Häftlinge waren für den Ausbau des Nachtjägerflugplatzes beantragt worden, auf dessen ehemaliger Startbahn heute ein Mahnmal an sie erinnert. Gearbeitet wurde überwiegend in den umliegenden Steinbrüchen, am Ausbau der Startbahn und am Bau von zwei Rollwegen.

Die Gefangenen waren zwischen 14 und 60 Jahre alt und stammten aus 16 verschiedenen Ländern. Die meisten waren, bevor sie hierher kamen, in Auschwitz gewesen. Viele hatten dort ihre Eltern, Geschwister oder Kinder verloren. Etwa 50 der Häftlinge kamen aus dem Baltikum.

Als Lager diente eine umzäunte und bewachte Flugzeughalle. Die Häftlinge schliefen anfangs auf dem blanken Boden, der nur mit Stroh ausgestreut war. Es gab unzulängliche sanitäre Einrichtungen und keine ärztliche Versorgung. Viele Häftlinge starben in Folge von schwerer Arbeit, Kälte, Krankheiten und Unterernährung. Einzelne Überlebende erinnern sich, auf dem Weg zur Arbeit etwas Essbares von Anwohnenden erhalten zu haben.

Mitte Februar 1945 wurde das Lager geräumt und die überlebenden Häftlinge in die Konzentrationslager Vaihingen/Enz, Dautmergen, Allach und Bergen-Belsen gebracht, wo viele von ihnen starben. In Hailfingen selbst ist der Tod von 189 Häftlingen nachgewiesen: Zwischen dem 21.11.1944 und dem 5.1.1945 wurden im Krematorium in Reutlingen 99 Tote des Lagers verbrannt. 15 Häftlinge, die zwischen dem 4.12. und dem 9.12.1944 starben, wurden im Krematorium in Esslingen eingeäschert. In einem Massengrab, das am 1.6.1945 entdeckt wurde, lagen 75 Leichen.